Abstimmungen vom 11. März:
Ja zur Initiative Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen
Ja zu 6 Wochen Ferien für alle
Ja zur Buchpreisbindung
Nein zur Bauspar-Initiative
„Es gibt zwar Spannenderes als mein Curriculum“, sagt Nadine Masshardt mit einem Augenzwinkern. „Und doch öffne ich gerne einen Spalt breit die Türe zu meinem Privatleben“, so die am 4. Oktober 1984 geborene Bernerin. Vom 4. bis zum 25. Lebensjahr wohnte die junge Politikerin in Langenthal. Dort ist sie zusammen mit ihren zwei Brüdern aufgewachsen und besuchte auch das Gymnasium Oberaargau (Matura 2003). Seither studierte Nadine Masshardt Geschichte und Philosophie und jobbte zehn Jahre im Stadttheater Langenthal als Platzanweiserin (mit dem angenehmen Nebeneffekt, dabei zahlreiche Vorstellungen zu sehen). Dazu erteilte Nadine Masshardt jahrelang Deutschunterricht und arbeitete Teilzeit in der Kommunikationsabteilung eines Unternehmens. Als Programmassistentin in der Eidgenössischen Finanzverwaltung schlägt sich Nadine Masshardt (Historikerin) seit letztem Sommer mit Zahlen herum und brütet über ergebnisorientierter Verwaltungsführung.
„Bereits als Kind mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn ausgestattet, wurde ich im Gymer endgültig politisiert“, sagt Nadine über Nadine. Sie diskutierte mit Gleichaltrigen gesellschaftspolitische Fragen oder debattierte liebend gern vor Abstimmungen im Geschichtsunterricht. Dazu gehörte etwa die UNO-Abstimmung oder die Initiative „Ja zu Europa“. Noch keine 18 Jahre alt, konnte Masshardt zwar selber nicht abstimmen, verfolgte die Diskussionen aber dennoch interessiert und freute sich umso mehr, als die Schweiz der UNO beitrat. Speziell erinnert sich Nadine Masshardt an den 18. Mai 2003: Über sieben zukunftsweisende Initiativen wurde damals abgestimmt. Zum Beispiel die Initiative „Strom ohne Atom – für eine Energiewende und die schrittweise Stilllegung der Atomkraftwerke“ oder die „Lehrstelleninitiative“.
Dass George W. Bush 2000 US-Präsident wurde, beschäftigte Nadine Masshardt ausserordentlich; sie begann sich immer mehr auch für internationale Politik zu interessieren. So demonstrierte Nadine Masshardt etwa mit Freundinnen und Freunden in Langenthal und Bern gegen den Irakkrieg. 2008 durfte sie schliesslich im Rahmen eines Programms des Departement of State mit anderen jungen Politikerinnen und Politikern sowie Medienschaffenden aus ganz Europa die Wahl des heutigen US-Präsidenten Barack Obama vor Ort mitverfolgen: „’Change, we believe in’ habe auch ich verinnerlicht.“
Stimm- und wahlberechtigt trat Nadine Masshardt 2003 der SP bei – kurz darauf folgte ihr der Vater. Pierre Aubert, 1978 bis 1987 Bundesrat, sagte einst, dass er Mitglied der SP sei, weil ihn nichts mehr anwidere als Ungerechtigkeit: „Das war auch einer der Hauptgründe, warum ich der SP beitrat“. Zudem war für Nadine Masshardt entscheidend, dass sich die SP gleichberechtigt für Mensch und Umwelt einsetzt.
Im Januar 2006 gründete sie mit Gleichgesinnten die JUSO Oberaargau. Ausschlaggebend dafür war die rechtsextreme PNOS, der man eine junge Gegenbewegung entgegen setzen wollte: „In Langenthal gibt es nicht nur junge Rechtsextreme“, lautete die Devise. 2008 wurde Masshardt zwei Jahre Präsidentin der JUSO Kanton Bern, seither vertritt sie die JUSO in der Geschäftsleitung der SP Kanton.
Mit dem heutigen Grossratskollegen Adrian Wüthrich belebte Nadine Masshardt 2006 die regionale Sektion des VCS neu und engagierte sich etwa für mehr Sicherheit auf der Ortsdurchfahrt Aarwangen, gegen den überteuerten Autobahnzubringer und somit für den Erhalt eines wichtigen Naherholungsgebietes. Verkehrspolitik ist Masshardt auch in der Stadt wichtig: Etwa als Medienverantwortliche des Berner Vereins Läbigi Stadt.
Im Rahmen eines Projektes der SAJV (Schweizerischer Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände) verbrachten die damals jüngste Nationalrätin Evi Allemann und Nadine Masshardt 2004 ein gemeinsames Jahr als Mentoring-Paar: „Die Chemie stimmte und es entstand eine erfolgreiche Zusammenarbeit und Freundschaft.“
Im November 2004 gelang Nadine Masshardt überraschend die Wahl in den Stadtrat von Langenthal – gleichzeitig wie ihrem Vater. Noch im selben Jahr wurde sie in die lokale Kulturkommission gewählt. Im Oktober 2008 – während ihres Aufenthaltes in den USA – wurde Nadine Masshardt mit dem besten Resultat überhaupt wiedergewählt und engagierte sich aktiv bis zum Umzug nach Bern.
Als Jüngste wurde Nadine Masshardt am 9. April 2006 in den Grossen Rat des Kantons Bern gewählt. Dort setzt sie sich seither für eine umweltfreundliche und zukunftsfähige Energiepolitik, einen gut ausgebauten öffentlichen Verkehr, mehr Transparenz, genügend Lehrstellen, bessere politische Bildung und eine stärkere Jugendpartizipation ein. Im März 2010 wurde Masshardt mit einem sehr erfreulichen Resultat für vier Jahre wiedergewählt.
2007 kandidierte Nadine Masshardterstmals für den Nationalrat und erreichte am 21. Oktober 2007 den hervorragenden ersten Ersatzplatz.
Umweltpolitik ist zentral im politischen Wirken Nadine Masshardts. Bereits 2006 wurde sie Vorstandsmitglied des WWF Kanton Bern, 2007 Co-Präsidentin. Daneben setzte sie sich etwa für die Revision des kantonalen Energiegesetzes sowie gegen den Bau eines neuen AKWs in Mühleberg ein. Und für mehr Biodiversität im Oberaargau engagiert sich Nadine Masshardt seit 2007 als Co-Präsidentin im Smaragdprojekt
Die Kultur begleitet Nadine Masshardt durch ihr ganzes Leben. Tanzen ist eine ihrer grossen Leidenschaften: „Zudem bin ich eine Vielleserin und besuche immer wieder gerne Kino- oder Theatervorstellungen.“
Nadine Masshardt blickt gerne über den schweizerischen Gartenzaun. Sie interessiert sich für andere Länder und Kulturen, reist gerne mit dem Zug durch Europa, liebt Herausforderungen und die persönliche Beziehung zu Menschen. So arbeitete sie 2003 zwei Monate in Spanien. Im nächsten Sommer unterrichtete sie als Alpschullehrerin ohne fliessendes Wasser und Strom im Berner Oberland. Silvester 2006/2007 verbrachte Nadine Masshardt in Rumänien, wo sie die Osterweiterung der Europäischen Union live miterlebte.
Heute lebt Nadine Masshardt mit ihrem Partner in Bern und geniesst an sonnigen Tagen den Blick auf Aare und Gurten. „Wenn ich nicht politisiere, arbeite oder Kultur geniesse, sitze ich zum Beispiel mit Freundinnen und Freunden in der „Gelateria Riva“ in Langenthal oder bin mit meinen Eltern am Wandern in Grindelwald.“ Vielleicht ist Nadine Masshardt auch auf einem Spaziergang an der Aare mit Gottebueb Eliot. Oder gut möglich, dass sie auf dem Einrad, in einer Buchhandlung oder einem gemütlichen Café anzutreffen ist. Falls Sie Nadine Masshardt sehen, setzen Sie sich dazu: Sie nimmt sich gerne Zeit für ein Gespräch.